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Preis-Wissen

Was kostet ein Kilo Rindfleisch?

Die ehrliche Antwort: Es gibt nicht den einen Kilopreis. „Rindfleisch" ist kein einheitliches Produkt, sondern ein Sammelbegriff für 23 Teilstücke aus vier Tierkategorien in unterschiedlichen Handelsklassen. Diese Seite erklärt, welche Faktoren den Kilopreis bestimmen, warum die Spanne so breit ist – und warum der Kilopreis für eine Küche ohnehin die falsche Rechengröße ist.

Faktoren hinter dem Kilopreis
7
Teilstücke vom Rind – jedes mit eigenem Preisniveau
23
Parierverlust beim ganzen Rinderfilet
25–35 %
Rindfleisch-Teilstücke auf dem Zuschnittbrett – der Kilopreis hängt vom Teilstück ab

Kurz beantwortet

Das Wichtigste auf einen Blick

Gibt es einen Kilopreis für Rindfleisch? Nein – nur eine Spanne, die vom Teilstück abhängt
Größter Preisfaktor das Teilstück, danach Handelsklasse und Tierkategorie
Warum die Spanne so breit ist Filet und Beinscheibe stammen aus demselben Tier
Rechengröße für die Küche nicht der Kilopreis, sondern der Preis je Portion
Grund dafür Parierverlust: bezahlt wird brutto, verkauft wird netto
Absolute Zahlen amtliche Statistik (Destatis, BMEL) und AMI-Marktberichte

Preisfaktoren

Was bestimmt den Fleischpreis?

Sieben Faktoren erklären fast jede Preisdifferenz, die Ihnen zwischen zwei Angeboten begegnet. Wer sie kennt, vergleicht Angebote sachlich – statt Kilopreise nebeneinanderzulegen, die gar nicht dasselbe meinen.

Faktor Warum er den Kilopreis bewegt Hebelwirkung
Teilstück Der mit Abstand größte Hebel. Aus demselben Tier stammen Filet und Beinscheibe – zwischen beiden liegen Welten, nicht Prozente. sehr stark
Handelsklasse Rinderschlachtkörper werden EU-weit nach dem EUROP-Schema eingestuft (Fleischigkeit E–P, Fettklasse 1–5). Die Einstufung wirkt auf den Schlachtkörperpreis und damit auf alles, was daraus zerlegt wird. stark
Tierkategorie Färse, Jungbulle, Kuh oder Ochse werden getrennt notiert und getrennt gehandelt. Färsen- und Jungbullenfleisch sind zwei verschiedene Märkte mit eigener Preisbildung, nicht zwei Etiketten für dasselbe Produkt. stark
Reifung Reifung kostet Zeit, Kühlfläche und Gewicht. Je aufwendiger das Verfahren und je länger die Lagerung, desto mehr schlägt sich das im Kilopreis nieder – unabhängig davon, welches Verfahren gewählt wird. mittel bis stark
Herkunft Erzeugerkosten, Zerlegekosten, Transportweg und Wechselkurs unterscheiden sich je Herkunftsland erheblich. Deutsche, europäische und Übersee-Ware sind deshalb preislich nicht direkt vergleichbar. mittel bis stark
Bestellmenge & Zuschnitt Ganze Teilstücke im Vakuum, portioniert oder küchenfertig – jeder zusätzliche Arbeitsschritt und jede kleinere Einheit erhöht den Aufwand pro Kilo. Auch die Tourplanung schlägt hier durch. mittel
Saison & Marktlage Grillsaison, Feiertage und Festtagsgeschäft treffen auf ein Angebot, das sich nicht kurzfristig ausweiten lässt. Dazu kommen Futter-, Energie- und Bestandsentwicklungen, die den ganzen Markt verschieben. schwankend

Welches Teilstück wo am Tier sitzt und wofür es sich eignet, zeigt das interaktive Schaubild Teilstücke vom Rind. Was hinter dem Faktor Reifung steckt und wie sich die Verfahren auf Geschmack, Ausbeute und Kosten auswirken, zeigt der Vergleich Unterschied zwischen wet aged und dry aged.

Warum die Preisspanne pro Kilo so breit ist

Wer nach dem Kilopreis für Rindfleisch sucht, sucht meist nach einer Zahl – und bekommt eine Spanne. Das liegt nicht an intransparenten Anbietern, sondern daran, dass die Frage vier Angaben offenlässt:

  • Welches Teilstück? Die deutsche Zerlegung kennt 23 Teilstücke vom Rind. Die kurzgebratenen Rückenstücke und die Schmorstücke aus Vorderviertel und Brust stammen aus demselben Tier und liegen preislich in völlig verschiedenen Klassen.
  • Von welchem Tier? Färse, Jungbulle, Kuh und Ochse werden getrennt gehandelt und getrennt notiert.
  • In welchem Zustand? Ganzes Teilstück im Vakuum, portioniert oder küchenfertig zugeschnitten – jeder Arbeitsschritt steckt im Kilopreis.
  • In welcher Menge? Bestellmenge, Zuschnitt und Lieferrhythmus wirken auf die Kosten pro Kilo.

Deshalb ist eine einzelne Zahl fast immer irreführend. Ein sauberer Vergleich beginnt damit, Teilstück, Tierkategorie, Zuschnitt und Menge zu benennen – und erst dann Preise nebeneinanderzulegen.

Häufiges Missverständnis
Angebote für Fleischpakete oder ganze beziehungsweise halbe Tiere nennen einen Mischkilopreis über alle Teilstücke hinweg. Er lässt sich nicht mit dem Kilopreis eines einzelnen Teilstücks vergleichen – in dem Mischpreis stecken auch alle Teilstücke, die Sie vielleicht gar nicht brauchen.

Der entscheidende Punkt

Der Kilopreis ist nicht der Portionspreis

Für eine Küche ist der Einkaufs-Kilopreis nur der Startwert. Bezahlt wird das Einkaufsgewicht, verkauft wird das, was nach dem Parieren übrig bleibt. Der Unterschied zwischen beidem ist keine Rundungsgröße: Je nach Teilstück liegt der effektive Kilopreis des parierten Fleischs deutlich über dem Einkaufspreis.

Teilstück Verwertbare Ausbeute Aufschlag auf den Kilopreis
Rinderfilet (ganz, pariert) 65–75 % +33 bis +54 %
Roastbeef / Rumpsteak 75–85 % +18 bis +33 %
Rinderhüfte 80–88 % +14 bis +25 %
Schweinenacken (ohne Knochen) 88–93 % +8 bis +14 %
Schweinefilet 85–90 % +11 bis +18 %
Lammrücken (am Knochen) 45–55 % +82 bis +122 %

Ausbeute-Werte sind Erfahrungs-Richtwerte aus dem Ratgeber Fleischverlust bei Teilstücken kalkulieren und schwanken je nach Qualität, Zuschnitt und Sorgfalt. Der Aufschlag ist daraus berechnet: effektiver Kilopreis = Einkaufs-Kilopreis ÷ Ausbeute.

Der Rechenweg ohne Zahlenspiel

Die Kette ist immer dieselbe, unabhängig davon, welchen Preis Sie einsetzen:

Einkaufs-Kilopreis → Parierverlust → effektiver Kilopreis → Portionsgröße → Garverlust → Wareneinsatz pro Teller

Beim Garen kommt der zweite Verlust dazu: rund 15–25 % bei Kurzgebratenem, 30–40 % bei Schmorgerichten. Wer die Kette überspringt und mit dem Einkaufs-Kilopreis kalkuliert, unterschätzt den Wareneinsatz systematisch – und zwar bei den teuersten Teilstücken am stärksten. Wie sich Parier- und Garverlust auf den Portionspreis auswirken, rechnet der Wareneinsatz-Rechner durch; wie viel Sie für eine bestimmte Gästezahl bestellen müssen, ermittelt der Fleisch-Portionsrechner.

Praxis-Tipp
Vergleichen Sie Angebote nie über den Einkaufs-Kilopreis, sondern über den Wareneinsatz je Portion. Zwei Angebote mit demselben Kilopreis können sich pro Teller deutlich unterscheiden, wenn Zuschnitt und Ausbeute auseinandergehen. Das vollständige Rechenbeispiel steht im Ratgeber Fleischverlust bei Teilstücken kalkulieren.

Absolute Zahlen

Wo Sie belastbare Preisangaben finden

Wir nennen auf dieser Seite bewusst keine eigenen Euro-Beträge: Ein Kilopreis ohne Teilstück, Qualität und Menge wäre eine Zahl ohne Aussage. Für das Marktniveau und die Entwicklung über die Zeit gibt es amtliche und branchenübliche Quellen – diese drei sind die üblichen Anlaufstellen:

  • Statistisches Bundesamt (Destatis)

    Amtliche Preisstatistik: Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes, darunter Fleisch und Fleischwaren. Frei zugänglich, eignet sich vor allem für die Entwicklung über die Zeit.

  • BMEL-Statistik

    Statistikportal des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: Schlachtungen, Erzeugung und Marktdaten für Rind, Schwein und Geflügel. Frei zugänglich.

  • AMI – Agrarmarkt Informations-Gesellschaft

    Marktberichte und Notierungen für Schlachtvieh und Fleisch, in der Branche die gängige Referenz. Teile des Angebots sind kostenpflichtig beziehungsweise lizenzpflichtig.

Diese Quellen zeigen, wie sich der Markt bewegt. Was Ihr Betrieb für ein bestimmtes Teilstück zahlt, ersetzen sie nicht – das hängt an Teilstück, Qualität, Menge und Lieferweg.

Was Gastronomiebetriebe wirklich vergleichen sollten

Der Kilopreis ist die am leichtesten vergleichbare Zahl – und deshalb die, auf die zuerst geschaut wird. Für die Kalkulation eines Betriebs hängen daneben aber Größen, die genauso auf die Kosten pro Teller wirken:

  • Ausbeute und Zuschnitt. Ein sauber zugeschnittenes Teilstück mit hoher Ausbeute kann pro Portion günstiger sein als eines mit niedrigerem Kilopreis und mehr Verschnitt.
  • Liefermenge. Ware, die vor dem Verbrauch verdirbt, ist voller Wareneinsatz ohne Umsatz. Mengen, die zum tatsächlichen Bedarf passen, senken diesen Posten.
  • Verfügbarkeit. Ein Ausfall mitten im Service kostet mehr als jede Preisdifferenz pro Kilo. Wie sich das auffangen lässt, beschreibt der Beitrag Lieferant ausgefallen – was tun?
  • Konstanz. Gleichbleibende Qualität und gleichbleibender Zuschnitt machen Ihre Kalkulation überhaupt erst planbar.

Genau an diesen Punkten setzt unsere Arbeit als Fleischlieferant für die Gastronomie am Niederrhein an: Liefermengen nach Bedarf, fester Ansprechpartner, kurzfristige Lieferung. Wer einen Lieferantenwechsel strukturiert angehen will, findet die Punkte zum Abarbeiten in der Checkliste zum Lieferantenwechsel.

Wie Sie unsere Preise erfahren

Unsere Preise richten sich nach Cut, Herkunft und Bestellmenge. Statt Pauschalpreise zu nennen, die für Ihren Bedarf ohnehin nicht passen, schicken wir Ihnen die aktuelle Sortiments- und Preisübersicht per E-Mail: Preisliste für Gastronomiebetriebe anfordern. Wenn Sie Ihre Mengen schon kennen, geht es auch direkt – über das Formular weiter unten melden wir uns mit einem Angebot.

Häufige Fragen zum Rindfleisch-Preis

Was kostet ein Kilo Rindfleisch?
Es gibt keinen einen Kilopreis für Rindfleisch, sondern eine sehr breite Spanne. Sie entsteht dadurch, dass „Rindfleisch" kein einheitliches Produkt ist: Ein Kilo Filet und ein Kilo Beinscheibe stammen aus demselben Tier und liegen preislich trotzdem weit auseinander. Zusätzlich wirken Handelsklasse, Tierkategorie (Färse, Jungbulle, Kuh, Ochse), Reifung, Herkunft, Bestellmenge und Saison auf den Preis. Wer belastbare absolute Zahlen für den Gesamtmarkt sucht, findet sie in der amtlichen Statistik von Destatis und BMEL sowie in den AMI-Marktberichten – nicht in einer einzelnen Zahl.
Warum ist die Preisspanne pro Kilo so breit?
Weil der Begriff „ein Kilo Rindfleisch" mindestens vier Fragen offenlässt: welches Teilstück, von welchem Tier, in welchem Zuschnitt und in welcher Menge. Die deutsche Zerlegung unterscheidet 23 Teilstücke vom Rind, von den kurzgebratenen Rückenstücken bis zu den Schmor- und Siedestücken aus Vorderviertel und Brust. Erst wenn Teilstück, Tierkategorie, Zuschnitt und Menge feststehen, wird aus der Spanne ein Preis.
Was kostet ein Kilo Rindfleisch beim Bauern oder beim Metzger?
Diese Frage zielt meist auf den Direktkauf ganzer oder halber Tiere beziehungsweise auf Fleischpakete. Dabei mischen sich edle und einfache Teilstücke zu einem Mischkilopreis – dieser Preis ist mit dem Kilopreis eines einzelnen Teilstücks nicht vergleichbar. Für gastronomische Betriebe ist die Rechnung ohnehin eine andere: Dort zählt nicht der Mischpreis, sondern was das konkret benötigte Teilstück nach Parierverlust pro Portion kostet.
Warum ist der Kilopreis nicht der Portionspreis?
Weil Sie das Einkaufsgewicht bezahlen, aber nur das verkaufen, was nach dem Parieren übrig bleibt. Bei einem ganzen Rinderfilet fallen typischerweise 25–35 % Putzverlust an – der effektive Kilopreis des parierten Fleisches liegt entsprechend deutlich über dem Einkaufs-Kilopreis. Beim Garen kommt ein weiterer Verlust hinzu: rund 15–25 % bei Kurzgebratenem und 30–40 % bei Schmorgerichten. Wer mit dem Einkaufs-Kilopreis kalkuliert, unterschätzt seinen Wareneinsatz systematisch.
Wo finde ich verlässliche absolute Preisangaben für Rindfleisch?
In der amtlichen und der Branchenstatistik: Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes, das BMEL-Statistikportal Erzeugungs- und Marktdaten, und die AMI veröffentlicht Notierungen und Marktberichte für Schlachtvieh und Fleisch – Letzteres teilweise kostenpflichtig. Diese Quellen zeigen Marktniveau und Entwicklung. Ihren eigenen Einkaufspreis ersetzen sie nicht, weil der von Teilstück, Qualität, Menge und Lieferweg abhängt.
Was kostet Rindfleisch bei SolidMeat?
Die Preise richten sich nach Cut, Herkunft und Bestellmenge – deshalb nennen wir keine Pauschalpreise, sondern schicken die aktuelle Sortiments- und Preisübersicht per E-Mail zu. Fordern Sie die Preisliste über das Formular auf unserer Sortimentsseite an oder schildern Sie uns direkt Ihren Bedarf; wir melden uns während der Geschäftszeiten (Mo–Fr 8–16 Uhr, Sa 8–14 Uhr) mit einem Angebot für Ihre Mengen.

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